Immer wieder Montag | 16.05.2016

Sie liegt auf dem Bett. Kraftlos. Links neben ihr steht ein kleines Tischchen. Auf ihm eine Tasse Tee. Noch heiß.
Sie starrt aus dem Fenster. Traurig. Der Himmel eine Mischung aus Sonne und Wolken. Der Wind frisch.

Sie steht auf, nimmt die Tasse Tee vom Tischchen und öffnet die Tür. Kurzes Zögern. Ein Schritt und sie steht auf dem Balkon. Ein tiefer Atemzug. Ein Blick zum Hängestuhl.
Sie setzt sich auf die kalten Fliesen. Langsam. Und doch fällt sie fast.
Sie fängt sich und lehnt sich an die Hauswand. Keine Kälte ist zu spüren, nur die frische Luft. Die Sonne scheint auf die Blätter eines entfernten Baumes, die Wolken ziehen schnell. Kurz ist der Mond zu sehen.
Sie hält ihren Tee fest umklammert. Akustik Musik klingt leise aus den Lautsprechern ihres Handys – Akustik; ihre einzige Liebe.
Der Tee wärmt ihre Brust, die Hauswand verkühlt ihr Nieren. Es schmerzt, doch das ist ihr egal.
Sie sehnt sich nach Liebe. Nach einer Umarmung. Lang, fest und herzlich. An die Letzte kann sie sich nicht mehr erinnern. Es muss wohl im letzten Jahr gewesen sein. Eine Umarmung, die einem die Luft nimmt und gleichzeitig Leben einhaucht.
Sie trinkt den letzten Tropfen, rafft sich auf und tritt ins Haus zurück.
Erschöpft.
Ihr sehnlichster Wunsch bleibt überfüllt – wie so oft. Nichts anderes hatte sie erwartet. Ihre Gedanken schweifen zurück und sie spürt einen Kuss auf ihrer Stirn. Die Tränen steigen in ihren Augen auf.

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