Frische Luft.

Mein Gesicht entspannt sich weiter. Der Wind hat die Tränen getrocknet. ‚Es wird besser. Irgendwann findest du deinen Platz…

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Die Zeit steht still. Ich sitze an der Schule. Irgendwo zwischen Schulgebäude und Bushaltestelle. Ich habe seit über 1h Schluss. Die Schüler strömen an mir vorbei – nurnoch nach Hause. Und ich? Ich bleibe sitzen. Ich friere, aber ich brauche die frische Luft. Kennt ihr dieses Gefühl? Einfach nur fertig zu sein und nicht nach Hause zu wollen? Sich fremd zu fühlen und das Bedürfnis zu haben, sich einfach nur irgendwo setzen zu müssen, wo man in gewisser Weise seine Ruhe hat? Man setzt sich hin und irgendwann beginnt man zu entspannen. Der Kopf wird frei und man kann wieder einen klaren Gedanken fassen.  Das, worüber man sich eben noch aufgeregt hat, ist auf einmal verschwunden. Ich frage mich zwar immernoch, was ich hier tue und was meine Aufgabe in dieser Welt ist. Aber einmal mehr wird mir bewusst, ich muss akzeptieren, dass ich alleine leben muss. So wie es jetzt ist, möchte ich nicht leben. Ich mag alleine sein können – aber nicht einsam. Ich frage mich, ob ich jemals über den Schmerz hinwegkommen werde, der mich seit jeher quält und der mich die letzten Wochen fast gelähmt hat. Der Wunsch nach Freundschaft und Liebe wird immer größer. Eine Umarmung. Ein Lächeln. Ich starre richtung Straße. Einatmen. Ausatmen. Die Luft ist kalt und ich friere. Auf eine unangenehme Weise ist das angenehm. Mein Gesicht entspannt sich weiter. Der Wind hat die Tränen getrocknet. ‚Es wird besser. Irgendwann findest du deinen Platz. Irgendwann findest du das Gefühl von Liebe und Geborgenheit wieder. Du wirst den Schmerz nie vergessen, doch es wird Menschen geben, die dich so nehmen, wie du bist. Die ehrlich zu dir sind und dich nicht nach deiner Vergangenheit beurteilen. Du weist, wer du wirklich bist. Die schwerste Zeit steht dir noch bevor. Kämpfe nur für das, was dir wirklich wichtig ist. Woran du tagtäglich denken musst.‘ Kurz merke ich die Tränen noch einmal aufsteigen. Warum nur kann ich nicht aufhören über sie nachzudenken? Ich bin immernoch wütend. Enttäuscht. Verletzt. Warum? Ein Wort. 1000 Emotionen. Ich atme noch einmal ein, nochmal aus, schaue nach oben und erblicke einen Freund auf mich zu spazieren. Glück. Schmerz. Freude – große Freude. Kurz formt sich ein Lächeln auf meinen Lippen, doch schnell verschwindet es wieder – zumindest äußerlich. Leider. Ich bin unsicher. Er grinst und setzt sich neben meinen Rucksack. Ich schaue ihn an. Sein Lächeln macht mich glücklich.



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